Dynamischer Stromtarif — Rechner

Lohnt sich ein Tag/Nacht- oder ein dynamischer Tarif? Dieser Rechner beantwortet die einzige Frage, die zählt: Welchen Prozentsatz Ihres Stroms müssen Sie tatsächlich in die günstigen Stunden verschieben, damit der zeitvariable Tarif Ihren Festpreistarif schlägt.

Zweitarif-Verträge haben manchmal einen höheren Grundpreis oder eine Zählergebühr — geben Sie die Differenz ein, damit der Vergleich fair ist. Tragen Sie 0 ein, wenn beide Tarife gleich hohe Fixkosten haben.

So verwenden Sie diesen Rechner

  1. Geben Sie Ihren Jahresverbrauch in kWh ein (von der Jahresabrechnung, oder einen typischen Monat mit zwölf multiplizieren).
  2. Tragen Sie den Festpreis ein, den Sie heute zahlen, sowie den Hoch- und Niedertarif des Angebots, das Sie erwägen.
  3. Schätzen Sie den Anteil, den Sie realistisch verschieben können — Spülmaschine, Waschmaschine, Warmwasserspeicher und E-Auto lassen sich verschieben; Kühlschrank, Licht und Kochen nicht.
  4. Ergänzen Sie einen etwaigen höheren Grundpreis des Zweitarifs.
  5. Klicken Sie auf Break-even berechnen.

Die Break-even-Formel

Ein Zweitarif ist ein Tauschgeschäft: Sie bekommen einen günstigen Nachtpreis, zahlen tagsüber aber einen höheren Preis als im Festtarif. Er gewinnt also nur, wenn genug Verbrauch tatsächlich wandert. Der Punkt, an dem beide Tarife gleich viel kosten:

Break-even-Anteil = (Hochtarif − Festpreis + Mehrkosten Grundpreis ÷ Jahres-kWh) ÷ (Hochtarif − Niedertarif)

Unterhalb dieses Anteils zahlen Sie mehr, nicht weniger. Genau diese Rechnung lassen Vergleichsportale weg — sie zeigen Ihnen den günstigen Nachtpreis und überlassen Ihnen den Rest, denn ein Wechsel bringt ihnen Provision.

Beachten Sie den zweiten Term: Hat der Zweitarif einen höheren Grundpreis, steigt der Break-even-Anteil — und zwar am stärksten für Haushalte mit geringem Verbrauch. Ein Vielverbraucher verteilt die Fixkosten dünn, ein Wenigverbraucher kann das nicht.

Dynamische Tarife: Pflicht seit 2025, abgerechnet im 15-Minuten-Takt

Das ist die eigentliche Neuigkeit für Deutschland. Seit dem 1. Januar 2025 muss jeder Stromlieferant seinen Kunden einen dynamischen Tarif anbieten (§ 41a EnWG). Damit ist der Zugang zu stündlichen Börsenpreisen kein Nischenprodukt von Tibber und Co. mehr, sondern Standard.

Wichtig ist die Auflösung: Die Bilanzierung im deutschen Strommarkt läuft seit 2025 in 15-Minuten-Intervallen statt in Stunden. Dynamische Tarife folgen dieser Auflösung — der Preis kann sich also viermal pro Stunde ändern. Für Sie heißt das praktisch: Es reicht nicht, den Wallbox-Ladevorgang "in die Nacht" zu legen, es lohnt sich, ihn in die tatsächlich günstigsten Viertelstunden zu legen. Moderne Wallboxen und Heimspeicher machen das automatisch.

Voraussetzung ist ein intelligentes Messsystem (Smart Meter). Ohne Smart Meter kein dynamischer Tarif. Der Einbau ist bei Verbräuchen über 6.000 kWh im Jahr, bei PV-Anlagen über 7 kW und bei steuerbaren Verbrauchseinrichtungen nach § 14a EnWG ohnehin vorgesehen.

So verwenden Sie diesen Rechner für einen dynamischen Tarif: Nehmen Sie als "Hochtarif" den Durchschnittspreis der teuren Abendstunden und als "Niedertarif" den Durchschnitt der günstigen Stunden, beides inklusive Steuern, Umlagen und Netzentgelt. Das ergibt eine gute Näherung für das Jahresergebnis.

Für Österreich gilt dasselbe Prinzip; in der Schweiz gibt es zwar keinen freien Anbieterwechsel, aber die meisten Werke bieten seit jeher Hoch- und Niedertarif (HT/NT) an — typischerweise NT von 20 oder 21 Uhr bis 7 Uhr und am Wochenende.

Was zählt als verschiebbarer Verbrauch

Seien Sie hier ehrlich — genau hier täuschen sich die meisten. Typischerweise verschiebbar:

  • E-Auto-Ladung — der größte und flexibelste Verbraucher im modernen Haushalt. Ein E-Auto allein kann 20-40 % des Haushaltsverbrauchs in die Nebenzeit verlagern.
  • Warmwasser — ein Elektro-Warmwasserspeicher oder eine Warmwasser-Wärmepumpe mit Zeitschaltung.
  • Spülmaschine und Waschmaschine — praktisch alle haben eine Startzeitvorwahl.
  • Die Wärmepumpe, in Grenzen, wenn das Gebäude thermische Masse hat (Fußbodenheizung, massive Bauweise).

Selten verschiebbar: Kochen, Beleuchtung, Fernseher, Kühl- und Gefrierschrank sowie die Grundlast all dessen, was ständig am Netz hängt. In einem Haushalt ohne E-Auto und ohne elektrische Heizung sind 25-35 % eine realistische Obergrenze — und genau deshalb ist der Break-even-Wert so oft unerreichbar.

Der Rechner passt auf jedes nationale Modell

Die Namen unterscheiden sich, die Mathematik nicht. Der Rechner gilt für deutsche dynamische Tarife und Nachtstromtarife, den Schweizer HT/NT, den österreichischen Nacht- und Wochenendtarif, Economy 7 im Vereinigten Königreich, heures pleines / heures creuses in Frankreich, G12 und G12w in Polen, den NT/VT-Tarif in Tschechien und der Slowakei, tarifa bi-horária in Portugal, fasce F1/F2/F3 in Italien, discriminación horaria in Spanien und die zeitvariablen Netzentgelte in Dänemark.

Eine Warnung, die man offen aussprechen sollte: In manchen Märkten ist der Abstand zwischen Tag- und Nachtpreis so klein geworden, dass die ehrliche Antwort nein, nicht wechseln lautet. Dieser Rechner sagt Ihnen das, weil er Ihnen nichts verkaufen will.

Haeufig gestellte Fragen

Lohnt sich ein dynamischer Stromtarif?
Nur, wenn Sie genug Verbrauch verschieben können. Geben Sie Ihre Preise ein, und das Tool nennt Ihnen den exakten Prozentsatz, den Sie erreichen müssen. Faustregel: Ohne E-Auto, Wärmepumpe oder elektrischen Warmwasserspeicher schafft das kaum ein Haushalt.
Muss mein Anbieter mir einen dynamischen Tarif anbieten?
Ja. Seit dem 1. Januar 2025 sind alle Stromlieferanten in Deutschland verpflichtet, einen dynamischen Tarif anzubieten. Voraussetzung auf Ihrer Seite ist ein intelligentes Messsystem (Smart Meter).
Warum werden dynamische Tarife im 15-Minuten-Takt abgerechnet?
Weil der deutsche Strommarkt seit 2025 in Viertelstunden bilanziert. Der Preis kann sich also viermal pro Stunde ändern. Wer eine Wallbox oder einen Heimspeicher automatisiert steuern lässt, kann diese Auflösung nutzen; wer manuell schaltet, nicht.
Wie viel Prozent muss ich nachts verbrauchen?
Das hängt vollständig vom Abstand zwischen den Preisen ab. Bei großem Abstand können 25-30 % genügen; bei geringem Abstand und höherem Grundpreis brauchen Sie unter Umständen 50 % oder mehr, was für die meisten Haushalte unrealistisch ist.
Ändert ein Elektroauto die Antwort?
Drastisch. Das Laden ist ein großer, flexibler und fast immer nächtlicher Verbrauch, der einen Haushalt allein über den Break-even-Punkt heben kann. Mit E-Auto lohnt sich ein zeitvariabler oder dynamischer Tarif fast immer — zusammen mit dem reduzierten Netzentgelt nach § 14a EnWG erst recht.
Muss ich die Differenz beim Grundpreis berücksichtigen?
Ja, falls es eine gibt. Manche Zweitarife erfordern einen anderen Zähler oder haben eine höhere Monatsgebühr. Das zu ignorieren ist die häufigste Art, die eigene Ersparnis zu überschätzen.

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