PV Eigenverbrauch Rechner — Eigenverbrauch gegen Einspeisung

Eine Kilowattstunde, die Sie selbst verbrauchen, ist so viel wert wie der Strompreis, den Sie dadurch nicht zahlen. Eine Kilowattstunde, die Sie einspeisen, ist so viel wert, wie Ihnen dafür vergütet wird — oft ein Fünftel davon, manchmal fast nichts. Dieser Rechner zeigt Ihnen die Lücke.

Ohne Speicher verbraucht ein typischer Haushalt 25-40 % des erzeugten Stroms selbst. Mit Speicher, E-Auto oder Wärmepumpe sind 60-80 % erreichbar.

So verwenden Sie diesen Rechner

  1. Wählen Sie Ihr Land, um einen typischen Bezugspreis und eine typische Einspeisevergütung zu laden.
  2. Geben Sie Ihren Jahresertrag ein (in Deutschland rund 950-1.100 kWh je kWp, in Süddeutschland und der Schweiz eher am oberen Rand) sowie Ihren Haushaltsverbrauch.
  3. Stellen Sie Ihre Eigenverbrauchsquote ein — den Anteil der Erzeugung, den Sie direkt selbst nutzen, statt ihn einzuspeisen.
  4. Tragen Sie die Einspeisevergütung ein und ein etwaiges Entgelt, das Ihr Versorger je eingespeister kWh abzieht.
  5. Klicken Sie auf PV-Wert berechnen.

Eigenverbrauch und Autarkie sind nicht dasselbe

Diese beiden Zahlen werden ständig verwechselt, auch von Installateuren, und sie beantworten völlig verschiedene Fragen.

Eigenverbrauchsquote = direkt genutzter PV-Strom ÷ gesamte PV-Erzeugung
Autarkiegrad = direkt genutzter PV-Strom ÷ gesamter Haushaltsverbrauch

Eine große Anlage auf einem kleinen Haus kann eine niedrige Eigenverbrauchsquote haben (das meiste wird eingespeist) und zugleich einen hohen Autarkiegrad (sie deckt trotzdem das meiste, was Sie brauchen). Bei einer kleinen Anlage auf einem verbrauchsstarken Haus ist es umgekehrt. Nur die Eigenverbrauchsquote sagt etwas über das Geld aus, denn nur Eigenverbrauch vermeidet den vollen Bezugspreis.

Und die Lücke ist in Deutschland gewaltig: rund 37 ct/kWh vermiedener Bezugspreis gegenüber rund 7-8 ct/kWh Einspeisevergütung für neue Anlagen. Eine selbst verbrauchte Kilowattstunde ist damit rund fünfmal so viel wert wie eine eingespeiste.

Warum die Einspeisevergütung eingebrochen ist

Einspeisemodelle wurden erfunden, als Photovoltaik selten war. Heute ist Solarstrom mittags im Überfluss vorhanden, sein Marktwert zur Mittagszeit ist entsprechend niedrig, und die Fördersysteme wurden weltweit zurückgefahren:

  • Deutschland: Die Einspeisevergütung für neue Kleinanlagen sinkt halbjährlich weiter ab und liegt für Überschusseinspeisung im niedrigen einstelligen Cent-Bereich. Zudem gibt es in Stunden mit negativen Börsenpreisen gar keine Vergütung mehr — und solche Stunden häufen sich an sonnigen Wochenenden im Frühjahr.
  • Österreich: Die Einspeisetarife der Versorger sind stark gefallen; viele liegen unter 5 ct/kWh.
  • Schweiz: Die Rückliefervergütung wird vom lokalen Werk festgelegt und schwankt zwischen den Gemeinden erheblich — von wenigen Rappen bis über 15 Rp./kWh. Ohne Blick ins eigene Tarifblatt ist jede Rechnung Spekulation.
  • Niederlande: Das Saldierungsmodell endet am 1. Januar 2027.
  • Spanien: Der Überschuss wird monatlich vergütet und kann nie den Energieanteil der Monatsrechnung übersteigen — alles darüber verfällt.

Die strategische Konsequenz ist überall dieselbe: Der Wert einer PV-Anlage ist vom Einspeisen zum Eigenverbrauch gewandert. Lasten in die Mittagsstunden zu verschieben oder den Überschuss zu speichern, ist heute der Ort, an dem das Geld liegt.

Wo Sie den Eigenverbrauch tatsächlich steigern

Bei einer Differenz von rund 30 ct zwischen selbst verbrauchter und eingespeister Kilowattstunde lohnt sich fast jede Maßnahme, die Verbrauch in die Mittagsstunden holt:

  • Wärmepumpe tagsüber laufen lassen. Der größte einzelne Hebel: Sie kann mittags Wärme in den Pufferspeicher und in die Gebäudemasse legen. Eigenverbrauchsquoten von 60 % und mehr sind damit realistisch.
  • E-Auto am Tag laden. Wenn das Auto tagsüber zu Hause steht — Homeoffice, Teilzeit, Wochenende —, ist es der bequemste Speicher, den Sie besitzen. Überschussladen beherrschen inzwischen die meisten Wallboxen.
  • Warmwasser elektrisch nachheizen (Heizstab), wenn die Anlage sonst abregeln würde.
  • Wasch- und Spülmaschine per Zeitvorwahl mittags starten. Der kleinste, aber kostenloseste Hebel.
  • Batteriespeicher. Rechnen Sie ihn gegen die Kennzahl "verlorener Wert durch Einspeisung" unten — er verdient nur die Differenz zwischen Bezugspreis und Netto-Einspeiseerlös, abzüglich der Speicherverluste.

Was das Ergebnis Ihnen sagt

  • Nettowert je eingespeister kWh — die Vergütung abzüglich etwaiger Entgelte. Liegt er nahe null, ist Einspeisen ein Geschenk an den Versorger.
  • Wert des selbst verbrauchten Stroms gegenüber dem Wert des eingespeisten Stroms.
  • Verlorener Wert durch Einspeisung — was die eingespeisten Kilowattstunden wert gewesen wären, hätten Sie sie selbst genutzt. Diese Zahl rechtfertigt einen Speicher, eine Zeitschaltuhr oder schlicht die Waschmaschine um zwölf.
  • Eigenverbrauchsquote und Autarkiegrad, nebeneinander.

Eine brauchbare Faustregel: Ist eine eingespeiste Kilowattstunde weniger als ein Viertel einer bezogenen wert, dann bringt Ihnen jede kWh, die Sie in die Tagesstunden verschieben, mehr als das Vierfache dessen, was das Einspeisen einbringt.

Haeufig gestellte Fragen

Wie hoch ist eine gute Eigenverbrauchsquote?
Ohne Speicher sind 25-40 % typisch für einen Haushalt, der tagsüber außer Haus ist. Zeitschaltuhren an Spül- und Waschmaschine bringen sie Richtung 45 %. Ein Speicher, ein tagsüber geladenes E-Auto oder eine Wärmepumpe heben sie auf 60-80 %.
Lohnt sich ein Batteriespeicher?
Vergleichen Sie die Kennzahl 'verlorener Wert durch Einspeisung' mit den Jahreskosten eines Speichers (Anschaffungspreis geteilt durch die erwartete Lebensdauer). Ein Speicher verdient nur die Differenz zwischen Bezugspreis und Netto-Einspeiseerlös, abzüglich der Umwandlungsverluste — je größer diese Lücke, desto besser sieht er aus. In Deutschland ist sie mit rund 30 ct/kWh derzeit sehr groß.
Warum bekomme ich bei negativen Börsenpreisen keine Vergütung?
Weil neue Anlagen in Stunden mit negativen Preisen von der Einspeisevergütung ausgenommen sind. Der Gesetzgeber will damit verhindern, dass Strom eingespeist wird, den niemand braucht. Praktisch trifft das vor allem sonnige Wochenenden im Frühjahr — genau dann, wenn Ihre Anlage am meisten produziert.
Wie viel produziert meine Anlage?
Faustregel: 950-1.100 kWh je installiertem kWp in Deutschland (Süden am oberen Rand), 1.000-1.200 in Österreich und der Schweiz, 1.400-1.800 in Spanien, Italien und Portugal — bei unverschattetem Dach und vernünftiger Ausrichtung.
Lohnt sich PV noch, wenn die Einspeisevergütung so niedrig ist?
In der Regel ja — aber die Rechnung trägt heute der Eigenverbrauch, nicht die Einspeisung. Dimensionieren Sie die Anlage nach dem, was Sie selbst nutzen können, statt nach der größten Fläche, die aufs Dach passt, und die Amortisation verbessert sich.
Warum ist mein Autarkiegrad niedriger als erwartet?
Weil die Sonne dann produziert, wenn Sie am wenigsten wahrscheinlich zu Hause sind. Genau dieses Missverhältnis ist der Grund, warum es Speicher und Lastverschiebung überhaupt gibt.

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